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Feierabendbier mit Guido Kroker, Inhaber Kroker Malergeschäft Luzern

Es ist Montagabend, 17.30 Uhr. Ich betrete den Stern und erblicke durch das Fenster Guido Kroker. Er sitzt bereits an einem der Bistrotische in der Bar und genehmigt sich sein Feierabendbier.
Guido Kroker, Inhaber Kroker Malergeschäft Luzern

Prost, lieber Guido! Darf ich mich auf ein Bier zu dir setzen?

Natürlich, deswegen sind wir ja hier. Und dass ich dir ein wenig von meinem Tag erzähle, oder?

Genau! Danke für die Vorlage. Was hast du denn heute alles erlebt?

Ich war seit längerem wieder mal selbst auf der Baustelle und habe mitgemalt. Ich bin mir das körperlich nicht mehr so gewohnt. Deswegen war ich fast ein wenig froh, dass ich den Rest des Tages mit Büroarbeit verbrachte. Und ja, jetzt sitze ich hier mit dir beim Feierabendbier.

Das heisst du kommst gar nicht mehr so oft zum Malen?

Wenn Not am Mann ist oder wir einen grossen Auftrag auszuführen haben, dann schon noch. Aber die administrativen Arbeiten vereinnahmen mich halt schon sehr. Darum sind hauptsächlich meine vier Angestellten operativ tätig.

Nervt dich das ein wenig? Ich meine, dass du nicht mehr so viel vor Ort bei den Kunden sein kannst.

Du es ja nicht so, dass ich nur im Büro sitze. Den Kontakt zu meinen Kunden habe ich natürlich schon noch. Ich bin vor Ort für Erstbesichtigung, Besprechung von Offerten & Aufträgen oder liefere auch Material auf die Baustellen. Der Mix macht es aus. Eine gute Abwechslung zwischen administrativen und eher operativen Arbeiten. Das gefällt mir.

Verstehe. Und für wen alles führt euer Malergeschäft Arbeiten aus? Sind das eher Private oder doch mehr Firmen?

Privat- und Firmengeschäft hält sich ungefähr die Waage. Was wir weniger machen sind Neubauten und grössere Überbauungen, dafür sind wir eher zu klein. Wir haben das Glück, dass wir viele Stammkunden haben, darunter auch die Tavolago.

Das stimmt. Die Tavolago arbeitet nun schon mehrere Jahre mit dir zusammen.

Und weisst du, wo das seinen Anfang nahm? Hier im Stern! Vor ungefähr 30 Jahren. Damals wirteten noch Christina und René Amrein hier. Ihre und meine Eltern waren befreundet und so lernte ich eines Tages bei einem gemeinsamen Mittagessen René kennen. Ab diesem Zeitpunkt durfte ich hier im Stern Malerarbeiten ausführen. Dies änderte sich glücklicherweise auch mit der Übernahme des Sterns durch die Tavolago nicht. Ich weiss noch, als ich gemeinsam mit Remo Dattilo (Anm. Red. erster Gastgeber im Stern unter der Flagge der Tavolago) eine Woche lang das ganze Restaurant und Teile des Hotels streichen durfte. Das Resultat muss gepasst haben, denn nach und nach übernahm ich für die Tavolago auch in deren anderen Betrieben Malerarbeiten.

Eine schöne Geschichte, welche vor 30 Jahren ihren Anfang nahm. Wie alt ist eigentlich euer Malergeschäft?

Ich führe es nun in zweiter Generation. Mein Vater stieg 1950 in das Geschäft ein. Damals noch als Angestellter. 1964 wurde er dann Teilhaber und übernahm es dann nach einiger Zeit ganz.

Wenn du zurückdenkst: Wie hat sich eure Branche seit damals verändert?

Damals wie heute ist es herausfordernd. Herausfordernd einerseits in Bezug auf die Mitbewerber. Es gab in Luzern mal 200 – 300 Malergeschäfte. Heute sind es nicht viele weniger. Und bei so viel Angebot entscheidet dann halt oft der Preis. Wer am attraktivsten offeriert, bekommt oft den Auftrag. Und eine zweite Herausforderung ist, nicht nur für Malergeschäfte, sondern für alle handwerklichen Berufe, gute Mitarbeitende zu finden. Leider machen immer weniger junge Leute eine handwerkliche Ausbildung, was wir natürlich auch spüren.

Was sich über die Jahre nicht verändert hat – und damit komme ich zur schönen Seite unseres Berufes – ist, dass es doch noch viele Kunden gibt, die Wert auf Qualität legen und sich für die Gestaltung eines Raumes etwas «spezielles» wünschen. Sei es eine ausgefallene Tapete oder auch mal ein besonderer Verputz. Diese nicht alltäglichen Arbeiten machen für mich nach wie vor die Faszination unseres Berufes aus.

Wenn du mal nicht arbeitest, was treibst du in deiner Freizeit?

Ich mache gerne Sport: Im Winter Skifahren, sofern es mein Knie zulässt und im Sommer bin ich gerne auf meiner Harley-Davidson unterwegs. Und dann drehe ich natürlich auch gerne die Runde in den Tavolago Betrieben. Sei es auf ein Apéro ins LUZ oder auch mal auf ein gutes Stück Fleisch ins Ampersand.

Aber ich vermute, wenn du ausgehst, dann doch noch am liebsten in den Stern, oder?

Ja das ist natürlich schon so. Aufgrund der langjährigen, gemeinsam Geschichte und weil ich auch gleich nebenan Wohne und Arbeite. Ich fühle mich einfach wohl hier, auch weil der Stern Stern geblieben ist. Er mag sich zwar optisch über die Jahre verändert haben, aber die Werte und der Spirit sind gleichgeblieben.

Lieber Guido, besten Dank für das interessante Gespräch.

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